Zum guten Schluss

 

Fotografien können dazu einladen, die Welt dank einer spezifischen Perspektive in veränderter Weise zu sehen. Das gelingt unserem Foto, indem es nahe an die Fassade des Opernhauses von Thorn heranführt und sie im Ausschnitt zeigt :  Wird das Gebäude nicht aus größerem Abstand auf der Mittelachse in den Blick genommen, wirkt es weniger schwer und herrschaftlich-repräsentativ. Zudem scheint die Skulptur, die rechts vor dem Portal steht, ein wenig in Bewegung gesetzt. Obgleich sie auf einem Sockel thront, lässt sie doch etwas von der Fröhlichkeit und Dynamik spüren, die sie, Terpsichore, als Muse des Tanzes und des Chorgesangs eigentlich ausstrahlen sollte. Zu diesem Eindruck trägt bei, dass für den Moment ihre strenge Schwester Melpomene, die Muse der Tragödie, unsichtbar bleibt. Deren Skulptur, mit dem Attribut des Schwertes ausgestattet, steht auf der linken Seite, und ihre Strenge prägt sonst den Eindruck der beiden (1909 von Ernst Herter geschaffenen) Figuren :  Ehrfurchtgebietend sollen sie allen, die sich dem Musentempel nahen, den Ernst und die Größe der hier gebotenen Kunst bedeuten.





 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text: Erik Fischer, Foto: Tilman Asmus Fischer

 

 

 

Danzig (Adobe Stock) Kompass (Adobe Stock)
Galerie (Adobe Stock) Historisierende Collage (Adobe Stock)
Wahlprognosen und Stimmzettel (Adobe Stock) Kopernikusdenkmal in Thorn (Adobe Stock)