Notizen aus … (2/2020)

 

… aus der Dreistadt

Auf Kufen Strenge Wintermonate gehören wohl auch in der Dreistadt der Vergangenheit an. Schwerlich wird sich nochmals ergeben, dass – wie noch im Jahre 1947 – die Ostsee so fest zufriert, dass man zu Fuß von Danzig bis nach Hela wandern kann – ganz zu schweigen von den 1920er Jahren, als die Ostsee einmal insgesamt zugefroren war, so dass man über das Eis sogar Schweden hätte erreichen können. Trotz der offensichtlichen Folgen des Klimawandels sollen die Einwohner freilich nicht auf ihr winterliches Freizeitvergnügen verzichten: Alleine in Danzig sind drei Kunsteisbahnen eingerichtet, und zwar am Kohlenmarkt, an der Veranstaltungshalle in Oliva sowie an der „Galeria Morena“. Weitere Möglichkeiten zum Schlittschuhlaufen bestehen überdies in Gdingen, in Zoppot (am Eingang zum Seesteg) und in Neustadt. Die Eintrittspreise sind moderat zu nennen, denn sie betragen in der Regel für Erwachsene sieben und für Jugendliche drei Złoty.

 

Neue Linie Nach drei Jahren heftiger Diskussionen hat die Stadtverwaltung die Genehmigung erteilt, eine Straßenbahnlinie zu bauen, die Langfuhr über eine gänzlich neue Streckenführung mit Oliva verbindet. Sie soll am Jeschkenthaler Weg (Jaśkowa Dolina) ihren Anfang nehmen und dann durch den dicht bebauten Stadtteil Langfuhr mit seinen zum Teil sogar denkmalgeschützten Häusern bis zur schon bestehenden Endhaltestelle am Park von Oliva führen, an der – auch über mehrere O-Bus-Linien – zahlreiche Verbindungen nach Zoppot und Gdingen erreicht werden können. In der Planungsphase haben zahlreiche Anwohner gegen diese Linienführung protestiert, weil sie befürchten, dass die Straßenbahn die Struktur und Atmosphäre des einst beschaulichen Stadtviertels nachhaltig beeinträchtige.

 

Arbeiten am II. Weltkrieg Bereits drei Jahre nach seiner Eröffnung muss die Ausstellung des beim Publikum höchst beliebten „Museums des II. Weltkrieges“ renoviert werden. Ein Teil der Exponate ist – was bei einem „Museum zum Anfassen“ kaum überrascht – abgenutzt oder von Besuchern auch beschädigt    worden. Die Verantwortlichen beeilen sich zu versichern, dass an den Inhalten selbst keine Änderungen vorgenommen werden sollen. Diese Feststellung erscheint angesichts der früheren politisch motivierten Nachmodellierungen des Ausstellungskonzepts durchaus vonnöten zu sein.

 

Laser als Waffe In Danzig wird einem 23-jährigen Angeklagten der Prozess gemacht, der in Dirschau zwei Polizisten mit einem Laserstrahl angegriffen hat. Beide Beamte mussten in der Universitätsklinik behandelt werden, und es ist noch nicht abzusehen, ob sie jemals ihre volle Sehkraft wiedererlangen werden. Dem vermutlichen Täter drohen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Dieser Vorgang ruft in Erinnerung, dass im Herbst des vergangenen Jahres ein Notarzt während eines Hubschrauber-Einsatzes in Warschau von einem Laserstrahl getroffen wurde und sein Augenlicht dauerhaft verloren hat.

 

Erfolgreiche Werftindustrie Die Danziger Werft Remontowa Shipbuilding, die auch selbst Versorgungsschiffe baut, hat jetzt die anspruchsvolle Aufgabe erfüllt, die Ile d’Ouessant instandzusetzen und das Spezialschiff wieder pünktlich an den Reeder zu übergeben. Es hat eine Länge von 87,4 und eine Breite von 19 m und verfügt über eine große Hubschrauberlandeplattform. Die Ile d’Ouessant wird ihren Dienst in der Nordsee wieder aufnehmen und sowohl bei Arbeiten in Offshore-Windparks als auch an Ölplattformen eingesetzt werden.

 

Erfolgreicher Pendler Seit September 2019 bewegt sich in Oliva ein im öffentlichen Nahverkehr bis dahin noch unvertrautes Vehikel über die Straßen. Es handelt sich um einen autonom fahrenden, elektrisch betriebenen kleinen Bus, der insgesamt zwölf Personen zu transportieren vermag und in regelmäßigen Zeitintervallen zwischen dem Parkplatz an der ul. Spacerowa und dem Zoo-Eingang pendelt. Dieses innovative Fahrzeug gehört zum „Sohjoa Baltic Project“, an dem drei weitere Städte des Ostseeraums – Königsberg, Tallinn und Helsinki – beteilig sind. Dies Projekt ist seinerseits nur ein Teil der Fördersäule „Verkehr“, die gemeinsam mit drei weiteren Komplexen das für die Jahre 2014 bis 2020 aufgelegte „Interreg“-Programm der Ostsee-Region bildet und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert wird. – Auch wenn sich der kleine Bus computergesteuert und auf einer festen Route bewegt, fuhr in Oliva zunächst noch ein Begleiter mit, der nötigenfalls kritische Situationen bereinigen, vor allem aber den Fahrgästen ein Gefühl der Sicherheit und Kontrolle geben und deren Fragen beantworten sollte. Im Testbetrieb, währenddessen die Nutzung kostenfrei war, hat sich das Gefährt bewährt und beliebt gemacht: Es absolvierte seinen Dienst ohne Probleme und wurde bei Befragungen der Mitfahrenden weit überdurchschnittlich gut bewertet.

 

Abkühlung gefällig? Am 9. Dezember des Vorjahres wurden in der Mottlau die Europameisterschaften im Eisschwimmen ausgetragen. Bei der offiziellen Eröffnung vor dem Artushof begrüßten Vertreter der Stadt und einiger Konsulate die 260 Sportler und Sportlerinnen, 195 Männer und 65 Frauen, die aus zehn Ländern angereist waren. Die jüngste Teilnehmerin und der jüngste Teilnehmer waren zwölf bzw. 17 Jahre alt. Den Sieg errang die 23-jährige Hanna Bakuniak; sie bewältigte die „Eis-Meile“ (1.609 m) in der exzellenten Zeit von 23 : 07,16 Minuten

 

Sauberes Früchtchen Der Prozess  gegen Dominik Wałęsa, einen der Enkel von Solidarność-Führer Lech Wałęsa, hat in Danzig begonnen. Der Beschuldigte steht vor Gericht, weil er seine langjährige Lebensgefährtin mit einem Messer erheblich verletzt und sie zudem psychisch und physisch malträtiert haben soll. Zudem wird berichtet, dass er den Vernehmungsbeamten gegenüber dreist geäußert habe: „Mein Opa wird schon dafür sorgen, dass ihr eure Posten verliert!“

 Peter Neumann

 

 

… Elbing

 

Umweltkriminalität 220 Tonnen Müll sind unter dem Deckmantel des „Recyclings“ aus Großbritannien eingeführt und illegal bei dem nahe Elbing gelegenen Ort Güldeboden (Bogaczewo) „entsorgt“ worden. Aufgrund von Verdachtsmomenten, die sich schon im Frühjahr 2018 ergeben hatten, ist die Deponie schließlich entdeckt worden. Der Fall wird gegenwärtig unter der Aufsicht der Elbinger Bezirksstaatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit den zuständigen Zoll- und Umweltämtern in Polen und Großbritannien durchgeführt. Ein Teil des Mülls ist mittlerweil bereits auf dem Rückweg zu den Britischen Inseln. Der Fall geht auf das Frühjahr 2018 zurück, als die Polizei Informationen erhielt, wonach bei Elbing illegal deponierter Müll wahrscheinlich sei.

 

Im alten Stil Die Fischer-Straße (ul. ­Rybacka) wird neu gebaut. Die Fahrbahn entsteht aus Kopfsteinpflaster, und die Bürgersteige erhalten Granitplatten. Zudem sind im rechten Winkel zum Straßenverlauf 19 Parktaschen eingeplant. Schließlich sollen die Straßenbeleuchtung und die Kanalisationsdeckel an Vorbilder aus der Vorkriegszeit erinnern. Für den Wiederaufbau wurden 900.000 Złoty bereitgestellt.  Lech Słodownik

 

Erneuerung Die Instandsetzung und Modernisierung der in der ehemaligen Marienkirche angesiedelten „Galeria EL“ werden kontinuierlich fortgesetzt. Die Arbeiten betreffen die Entwässerung und Bauwerksabdichtung sowie die Sanierung der Fassade an der Stirnseite, der gotischen Fenster und des Verputzes im Presbyterium. Zudem soll der Ausstellungsraum eine innovative technische Infrastruktur erhalten, die vielfältige Möglichkeiten einer zeitgemäßen Präsentation von Kunst eröffnet. Bislang hat die Galerie ihren Betrieb noch ungestört aufrechterhalten können, es erscheint aber fraglich, ob dies auch während der nächsten Phasen der Arbeiten gelingen wird. Die Sanierung soll bis zum Herbst dieses Jahres abgeschlossen werden.

 

Roben konfisziert Der Streit um den von der PiS-Regierung unnachgiebig angestrebten Umbau des polnischen Rechtssystems, der von den meisten Juristen scharf kritisiert wird, hat sich auch in Elbing bemerkbar gemacht: Die Vorsitzende des Bezirksgerichts, Agnieszka Walkowiak, hat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sekretariate aufgefordert, alle Richterroben in Beschlag zu nehmen und bei ihr zu deponieren. Dadurch sollten die nachgeordneten Juristinnen und Juristen daran gehindert werden, sich in beabsichtigter Weise am „Marsch der tausend Roben“ zu beteiligen, der am 11. Januar in Warschau stattgefunden hat. Dieser Protest richtete sich gegen das „Maulkorbgesetz“, das Richtern beispielsweise verwehren will, die Rechtmäßigkeit der Ernennung von Kolleginnen und Kollegen anzufechten; denn diese Personalentscheidungen, die man dadurch jeder Kritik entziehen möchte, wurden vom neuen Landesrat für Gerichtsbarkeit getroffen, dessen Mitglieder ihrerseits wiederum von den Sejm-Abgeordneten – und somit primär aus politischen Erwägungen heraus – bestimmt worden sind.

 

Mittelalter online Über 120 mittelalterliche Artefakte, die aus verschiedenen Museen der Region stammen, sind vom Regionalen Digitalisierungszentrum aufgenommen und online zur Verfügung gestellt worden : ­www.cyfrowewm.pl/s/20/katalog-­sredniowieczne-kolekcje-warmii-i-mazur. Damit ist das Projekt „Mittelalterliche Sammlungen von Ermland und Masuren“, das vom Ministerium für Kultur und Nationales und Selbstverwaltungsorgane der Woiwodschaft finanziell gefördert wurde, abgeschlossen. Die historischen Objekte können in ihrem ganzen Detailreichtum und – da auch 3D-Modelle erfasst wurden – aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und bewundert werden. Dabei wurden nicht nur Gegenstände wie Trippen oder ein Enkolpion berücksichtigt, sondern auch zwei Architektur-Zeugnisse: die „Storchenbastei“ in Guttstadt und die gotische Petrus-und-Paulus-Kirche in Marienau bei Pr. Holland. Jedes Stück ist mit einer Beschreibung und Erläuterung versehen; und blinde bzw. sehbehinderte Nutzer können zudem auf eine akustisch vermittelnde Bildbeschreibung zugreifen.

 

Turbo im Museum  TVN Turbo, ein polnischer Fernsehsender, der sich auf Motorsport spezialisiert hat, war

im Archäologisch-Historischen Museum zu Gast. Den Grund für diesen nicht alltäglichen Besuch gab die Geschichte der Elbinger Automobilindustrie, die das Museum in Erinnerung hält; denn es bietet den Besuchern der Dauerausstellung an, mit einem Wagen der Automobilfabrik Komnick AG eine virtuelle Fahrt über die Elbinger Speicherinsel und die Hohe Brücke und dann entlang der Brückstraße, dem Alten Markt und der Schichaustraße zu unternehmen. Diese Installation bot den Moderatoren einen idealen Rahmen für ihre Gespräche mit  dem bekannten Lokalhistoriker Bartosz Gondek bzw. dem Oldtimer-Enthusiasten Andrzej Ry­bicki, der das Modell eines Personenkraftwagens von Komnick gebaut hat.

Joanna Szkolnicka

 

… Marienburg

 

Kampagne 2019 In der letztjährigen Kampagne wurde die Menge der angelieferten Zuckerrüben gegenüber 2018 nochmals übertroffen. Die Produktionsergebnisse entsprachen allerdings nur denen des Vergleichsjahres, weil diesmal der Zuckergehalt der Rüben geringer war. Die betriebsfreie Zeit wird jetzt für längst fällige Modernisierungen genutzt, die vornehmlich auf Verbesserung der Umweltbilanz und eine Erhöhung der Effizienz zielen. Dafür sind 80 Mio. Złoty bereitgestellt worden.

 

Gute Reise Während der Winterferien, in denen die Nachfrage der Kunden stets erheblich ansteigt, konnte die Bahnpolizei ihre Einsatzkräfte personell verstärken und dadurch die Sicherheit der Reisenden erhöhen. Bei zusätzlichen Kontrolleinsätzen in den Bahnhöfen und Zügen wurde insbesondere auch auf allein reisende Kinder und Jugendliche geachtet.

 

Erster Schritt Im Rahmen des Programms für grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Polen und Russland (2014-2020) ist von einem Architektur-Büro eine Dokumentation über den Zustand des Alten Rathauses und das Arbeitsvolumen einer angemessenen Renovierung erstellt worden. Damit wurde ein erster, wichtiger Schritt vollzogen, der in die Richtung einer seit langem erhofften Restaurierung dieses mittelalterlichen Bauwerks weist.

 

Woiwodschaft großzügig Nach einer Reihe vergeblicher Bemühungen seitens der Landkreise Dirschau und Marienburg, von der Woiwodschaft unterstützt zu werden, fließen aus Danzig nun doch maßgebliche Fördergelder, mit denen die Wiederherstellung der Dirschauer Weichselbrücke, eines internationalen Denkmals der Technik-Geschichte, finanziert werden kann. Da die insgesamt dafür notwendigen Haushaltsmittel von den beiden Kreisen keineswegs alleine erbracht werden können, ist die Fortsetzung der Baumaßnahmen durch diesen Beschluss, den der Sejm der Woiwodschaft auf seiner letzten Sitzung des Jahres 2019 gefasst hat, endlich in greifbare Nähe gerückt.

 

Windpark in Mielenz Nach der Gemeinde Neuteich wird Mielenz nun die zweite Ortschaft sein, die ihren täglichen Strombedarf aus der Windenergie bezieht. Ein polnischer Energiekonzern wird einen privaten Windpark errichten. Elf Turbinen werden dann insgesamt 38 Megawatt erzeugen und bis zu 60.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Das erforderliche Vertragsverfahren ist abgeschossen, und bereits im März 2020 sollen die Montagearbeiten beginnen. Die Bereitstellung der Anlagen sowie eine 25-jährige Betriebs- und Service-Garantie hat die „Siemens Gamesa Renewable Energy“ übernommen. Die Investitionskosten belaufen sich auf 180 Mio. Złoty.

 

Knochenmarkspende In der II. Oberschule (Lyzeum) fand eine Veranstaltung statt, bei der dazu eingeladen wurde, sich als potenzieller Knochenmarkspender registrieren zu lassen. Vertreter der Leukämie-­Stiftung berichteten über ihre erfolgreiche Tätigkeit, und es gelang ihnen, eine Gruppe von immerhin 50 Personen für eine Anmeldung zu gewinnen.

 

Enttäuschung Seit Jahren warten die Bürger der Stadt und des Landkreises, dass ein geeigneter Saal gefunden wird, in dem sich ein Kino einrichten lässt. Zahlreiche Vorschläge wurden dazu unterbreitet und auch viele Verhandlungen geführt. (Darüber hat DW bereits mehrfach berichtet.) Nachdem Bürgermeister Charzewski jetzt aber mitgeteilt hat, dass die Stadtverwaltung für die Realisierung solch eines Plans keine finanziellen Mittel zur Verfügung stellen kann, sind alle Hoffnungen jäh auf ein Minimum gesunken.

 

Kleines Café Wenn es an Wintertagen früh dunkel wird und der halbrunde Vorbau der ehemaligen Flatauer Villa schon am Nachmittag hell erleuchtet ist, wirkt dieser Raum wohnlich-anheimelnd und lädt die Vorübergehenden dazu ein, dem Stadtmuseum, das sich seit einiger Zeit in diesem Hause befindet, bald einmal einen Besuch abzustatten. Die Erwartung, im Inneren an dieser Stelle einen anheimelnden Ort vorzufinden, werden dann gänzlich erfüllt, denn dort ist jetzt das liebevoll ausgestattete Café Flatauer eingerichtet worden, in dem die Besucher des Museums ein wenig ausruhen, plaudern und sich mit Kaffee und Kuchen verwöhnen lassen können. Zu dieser Idee und ansprechenden Ausführung kann man der Direktion des Museums nur herzlich gratulieren.

Bodo Rückert

 

 

… Kujawien-Pommern

 

Städte-Ranking In diesem Jahr ist Bromberg die einzige polnische Stadt, die zur Teilnahme am Prestige-Wettbewerb um den Titel „Bestes europäisches Reiseziel 2020“ nominiert wurde. Diese Konkurrenz wird seit 2009 von der internationalen, unter dem Dach der Europäischen Kommission arbeitenden Agentur European Best Destination (EBD) mit Sitz in Brüssel organisiert, die sich die Förderung von Kultur und Tourismus zum Ziel gesetzt hat. Bromberg ist als eines von insgesamt 20 Reisezielen ausgewählt worden. Damit hat die EBD das Bemühen der Stadt honoriert, über die längst bekannten Sehenswürdigkeiten hinaus neue Attraktionen – wie das weltweit einzigartige Seifenmuseum oder das „Exploseum“ – zu schaffen und dadurch den Tourismus noch stärker zu fördern. Ein weiterer Vorteil ist wohl auch darin gesehen worden, dass Bromberg noch nicht überlaufen ist und den Besuchern ein lockere, entspannte Atmosphäre zu bieten vermag. – Bei der Abstimmung, die zwischen dem 15. Januar und dem 5. Februar durchgeführt wurde, belegte die Stadt nach Paris und vor Rom den 10. Rang. (Die ersten drei Platzierten heißen Colmar, Athen und Tiflis.) Auch wenn Bromberg damit im Vergleich mit anderen polnischen Reisezielen hinter dem dritten, ersten und fünften Platz zurückbleibt, den Danzig (2017), Breslau (2018) bzw. Posen (2019) errungen hatten, ist das Ergebnis – und überhaupt die Nominierung – durchaus als ein ermutigender großer Erfolg für das Stadtmarketing zu werten.

 

Der 10. Januar In diesem Jahr hat sich zum 100. Male der Tag gejährt, an dem in Westpreußen die Bestimmungen des Versailler Vertrags umgesetzt wurden. Dieser Gedenktag ruft in Deutschland und Polen verständlicherweise sehr gegensätzliche Erinnerungen und Empfindungen hervor. In den Städten des unteren Weichsellandes, die seitdem zu Polen gehören, fand aus diesem Anlass eine Vielzahl von Gedenkveranstaltungen, Paraden, Festen oder Konzerten statt. Am 17. Januar beispielsweise wurde in Gollub-Dobrzyn im Sinne der Living History der damalige Einmarsch der polnischen Armee inszeniert: 100 junge Leute, die in französische Uniformen der „Blauen Armee“, der Armee General Hallers, gekleidet waren, überquerten die Brücke über die Drewenz, auf der sich die Staatsgrenze zwischen Russland und dem Deutschen Kaiserreich befunden hatte. Zu diesem Zweck wurden dort sogar die nach alten Postkarten-Ansichten rekonstruierten Grenzsperren wiedererrichtet.

 

Großmanöver   Im Rahmen von Defender Europe 20, dem größten Manöver seit 25 Jahren, kommen 20.000 US-Soldaten nach Europa. Das Hauptziel ist die Überprüfung der zügigen Einsatzbereitschaft in Krisensituationen. Dabei geht es um den Transport von Einheiten und Ausrüstungsgegenständen sowie um die Fähigkeit der Europäer, die Einheiten der US-Army aufzunehmen, mit den eigenen Kräften zu koordinieren und an die Einsatzorte heranzuführen. Die Stärke der Einheiten aus 18 Staaten beträgt insgesamt ca. 37.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dem Verteidigungsministerium in Warschau, das eine enge militärische Kooperation mit den Amerikanern anstrebt, ist die Präsenz so vieler US-Streitkräfte im eigenen Land hochwillkommen. In den Planungen spielt wie schon bei früheren Manövern die Woiwodschaft Kujawien-Pommern neuerlich eine wichtige Rolle.

Piotr Olecki

 

 

 

 

 

Kompass (Adobe Stock) Danzig (Adobe Stock)
Galerie (Adobe Stock) Historisierende Collage (Adobe Stock)
Wahlprognosen und Stimmzettel (Adobe Stock) Kopernikusdenkmal in Thorn (Adobe Stock)