Damals war’s (2/2020)

 

Der nebenstehende Artikel gibt Einblick in erinnerungs­politische Initiativen sowohl der Vertriebenenverbände als auch einzelner Vertriebener, den öffentlichen Raum im Sinne der eigenen Sache – „um der Heimat willen“ – zu prägen. Hierbei konnte bereits an Vorbilder aus der Zwischenkriegszeit angeknüpft werden wie das Berliner „Ostpreußenviertel“ zwischen Teufelsberg und Olympia­stadion, dessen Straßennamen an die vom restlichen Reichsgebiet abgetrennte Provinz erinnerten.

Insbesondere die in dem Artikel referierte aufschlussreiche Debatte, ob Straßennamen nach Städten im Korridorgebiet benannt werden sollten bzw. dürften, macht deutlich: Sowohl die Befürworter einer solchen Praxis als auch diejenigen, die Vorbehalte hiergegen hatten, sahen in ostdeutschen Straßen­namen  – zumindest auch – einen Ausdruck territorialer Rechtsansprüche gegenüber Polen (bzw. im Falle Ost­preußens auch der Sowjetunion).

Heute hingegen werden Straßen mit den Namen ostdeutscher Orte als Verweis auf das gemeinsame deutsche und europäische Kulturerbe und als Ausdruck der Verbunden­heit mit den heute in den historischen Ost- und Siedlungs­gebieten lebenden Menschen verstanden. Dass dieses Narrativ gerade auch in den bezeichneten Städten affirmativ aufgegriffen werden kann, zeigt eine Installation am Weichsel-Ufer von Graudenz, die Schilder von Straßen, die nach dieser Stadt benannte sind, aus Deutschland, Polen und auch weiteren Staaten versammelt.

 

Danzig (Adobe Stock) Kompass (Adobe Stock)
Galerie (Adobe Stock) Historisierende Collage (Adobe Stock)
Wahlprognosen und Stimmzettel (Adobe Stock) Kopernikusdenkmal in Thorn (Adobe Stock)