Notizen aus … (1/2020)

 

… aus der Dreistadt

Eine „Stadt der Fachleute“ Unter diesem Motto ist eine Kampagne zur noch besseren beruflichen Vor- und Ausbildung angelaufen. Sie soll dazu dienen, Schüler schon vor dem Beginn der eigentlichen fachlichen Ausbildung besser an die gewünschten Berufe heranzuführen. Das Projekt wird fast gänzlich aus EU-Geldern finanziert und umfasst ein Volumen von 65 Mio. Złoty. Stadtpräsidentin Aleksandra Dulkiewicz erläuterte auf einer Pressekonferenz, dass diese Mittel vor allem der Infrastruktur der neun Mittel- und weiterführenden Berufsschulen der Stadt zugutekommen sollen. Schwerpunkte bilden zudem das maritime Bildungszentrum sowie das Ausbildungszentrum für Automobil-Technik (Zespół Szkół Samochodowych).

 

Erweiterter Flugplan Eurowings, eine der Tochtergesellschaften der Deutschen Lufthansa, hat einen regulären Liniendienst zwischen Düsseldorf und Danzig aufgenommen, und zwar fliegen die Maschinen vom Typ Airbus A-319 jeweils wöchentlich am Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag. Das Ticket für eine Strecke ist schon ab 129 Złoty (etwa € 35,–) erhältlich.

 

Hydrograf-17 Die Hafenverwaltung von Gdingen ist stolze Besitzerin eines neuen Spezialschiffs, das zu 85 % aus EU-Geldern finanziert worden ist. Es trägt den Namen Hydrograf-17, wurde von der finnischen Werft Työ­vene Oy in Uusikaupunki gebaut und ist danach in Gdingen durch weitere Ausrüstungs- und Installationsarbeiten auf seine spezifischen hydrologischen Aufgabenbereiche vorbereitet worden. Es ersetzt das bisherige gleichnamige Fahrzeug, das nun nach 60-jährigem Einsatz in den wohlverdienten Ruhestand treten wird. Späterhin soll das Schiff in Elbing stationiert werden und seinen Dienst vor allem auf dem Frischen Haff versehen.

 

Notruf-Hilfe Im Zuge eines ­städtischen Projekts erhalten Senioren kostenlos die Möglichkeit, im Notfall medizinische Hilfe herbeizurufen. In sogenannte „intelligente Armbänder“ sind kleine Funksender eingebaut, durch die auf Knopfdruck eine Verbindung mit dem medizinischen Pflege- bzw. Notdienst hergestellt wird und die zugleich per GPS auch den Standort der Person erkennen lassen. Zudem sollen in den Armbändern einschlägige Kranken-Daten eingespeichert und im Notfall direkt mit übertragen werden.

 

Blutspende am Nikolaustag Am 6. Dezember ist – wie schon in den Vorjahren – wieder eine festlich dekorierte und beleuchtete Straßenbahn durch die Stadt gefahren und hat unter dem Motto „Mach’ Kranken ein Geschenk“ für einen karitativen Zweck geworben: In dem Waggon konnten Menschen an verschiedenen Stationen Blutproben entnehmen lassen, um zu erfahren, ob sie als Knochenmarkspender für an Blutkrebs erkrankte Kinder in Frage kämen.

 

Bischof unter Druck Bereits vor ­einigen Wochen hatten sich vor der St. Ignatius-­Kirche in Danzig-Ohra etwa 100 Katholiken versammelt, um gegen Erzbischof Sławoj Leszek Głódź zu protestieren. Ihrer Meinung nach hätte er sich nur unzureichend bemüht, die Probleme des Kindesmissbrauchs innerhalb der katholischen Geistlichkeit tiefgreifend aufzuklären. In diesem Zusammenhang wurde auch kritisiert, dass der Bischof bis heute nicht auf die neuerlichen massiven Vorwürfe gegen den 2010 verstorbenen, früher höchst angesehenen Priester Henryk Jankowski (über die DW 2 / 2019 berichtete) reagiert hat. – Deutlich erhöht hat sich dieser Druck durch eine Fernsehsendung, die von TVN 24 ausgestrahlt wurde und in der schwere Beschuldigungen gegen Leszek Głódź erhoben wurden: Eine Reihe von Geistlichen berichtete davon, dass der Erzbischof seine Position dazu missbraucht habe, sie in ihren Tätigkeiten zu beschneiden, wenn nicht gar aus ihren Stellen zu drängen. Nachdem diese Zeugen sich allermeist anonym geäußert hatten, haben sich jetzt 16 Kaplane aus dem Raum Danzig öffentlich zu Wort gemeldet und erklärt, dass sie die beklagten Missstände aufgrund eigener Erfahrungen bestätigen könnten. Zudem seien sie bereit, ihr Zeugnis auch vor dem Apostolischen Nuntius in Polen zu wiederholen. Schon in dem Fernsehbeitrag war allerdings darauf aufmerksam gemacht worden, dass Petitionen beim Apostolischen Nuntius bislang stets ohne jede Resonanz geblieben seien. Peter Neumann

 Peter Neumann

 

 

… Elbing

 

Bitte einmal pusten! „Trzeźwy poranek“, ein „Nüchterner Morgen“ – dies ist das Motto einer Aktion, die von der Verkehrspolizei regelmäßig – und jüngst wieder am 2. Dezember – durchgeführt wird und darauf abzielt, die Sicherheit auf den Straßen der Stadt zu erhöhen und zu festigen. Bei ihrem Kampf gegen Alkohol und Drogen prüften die Beamten diesmal fast 400 Benutzer verschiedener Fahrzeuge und zogen dabei zwei alkoholisierte Personen im Wortsinne aus dem Verkehr.

 

Spuren der Vergangenheit Bei den Arbeiten am Durchstich der Frischen Nehrung hat jetzt die Phase begonnen, in der das Gelände gesäubert und weiter vorbereitet wird. Dabei wurden bislang etwa 3.000 Gegenstände gefunden, darunter vor allem Überreste von den Militäreinsätzen während des Zweiten Weltkrieges: Munitionskisten, Granaten, Patronen und Fragmente anderer Gegenstände.

 

Erkunde die USA! Vera Partem, eine Konsulin der Vereinigten Staaten von Amerika, und Bożena Magdziak als Vertreterin der Konsular-Abteilung der US-Botschaft in Warschau haben in verschiedenen Schulen Veranstaltungen duchgeführt, in denen sie die Zuhörerinnen und Zuhörer einluden, sich für die USA zu interessieren, und sie auch konkret über die Möglichkeiten eines eigenen Aufenthalts in diesem Lande zu informieren. Dabei erzählte Vera Partem auch von ihrer eigenen Geschichte: Sie wurde in Lemberg geboren, wanderte aber im Alter von zehn Jahren mit ihrer Familie in die USA aus. Damals konnte sie noch kein Wort Englisch sprechen. – Begleitet wurden die beiden Frauen von Marek Witkowski, der für den polnischen Zweig der CCUSA sprach. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich eine weltweit operierende Organisation, die für die amerikanischen Sommer-Ferienlager Betreuerinnen und Betreuer – Camp Counsellors (CC) – anwirbt und ausbildet. Immerhin verbringen jährlich zehn Millionen Kinder und Jugendliche ihre Ferien in solchen Sommer-Camps. Verständlicherweise nahm das junge Publikum diese Informationen begierig auf; denn es erschien ihm höchst verlockend, dass man dank einem ­J-­Visum und einem Work & Travel-Programm, wie sie die CCUSA anbietet, in die Vereinigten Staaten reisen kann: Das Programm ermöglicht es, vom 25. Mai bis zum 25. September ins Land zu kommen, in diesen Monaten zunächst zu arbeiten und dann das verdiente Geld dazu zu nutzen, touristische Attraktionen zu besuchen und die freie Zeit zu genießen. 

Lech Słodownik

 

Erinnerungen Im Rahmen des Projekts „Nasze tutaj” [Unseres hier] wurde vom Zentrum der europäischen Begegnungen Światowid ein halbstündiger Kurzfilm Przychodźcy [Ankömmlinge] gedreht, der am 13. 11. im Kino des Zentrums uraufgeführt wurde. Dort äußern sich 13 Personen, die kurz nach der Eroberung von Elbing 1945 als Kinder oder Halbwüchsige mit ihren Familien hierher kamen. Geschildert werden die Beweggründe, aus denen heraus sie sich in dieser Stadt ansiedelten; sie sprechen über ihre ersten Eindrücke, die Suche nach einem Heim sowie die Ängste, Schrecken und Ungewissheiten, mit denen diese düstere Zeitspanne oft belastet war. Thematisiert werden auch Kinderspiele, die Einschulung, die allmähliche Wiederbelebung des wirtschaftlichen Lebens oder der Berufseinstieg. Ein eigenes Kapitel bilden Kontakte mit den Deutschen, die noch in Elbing verblieben waren, wie sie sich beispielsweise zwanglos beim gemeinsamen Spielen ergaben. Darüber hinaus erinnern sich die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zuweilen auch daran, dass die von den Deutschen verlassenen Wohnungen, in die die Neusiedler einzogen, bewundernswert ordentlich und gepflegt waren, selbst wenn sie allem Anschein nach nur einfachen und wenig bemittelten Menschen gehört hatten. – Aufgrund des Films wurde zudem eine Route für Stadtspaziergänge konzipiert, auf der Besucher die Spuren der Neusiedler verfolgen können; und schließlich wurden zu diesem Thema für verschiedene Altersgruppen von Schülern auch noch Unterrichtsmaterialien entwickelt.

 

Endstation Weihnachten  Am Nikolaustag verkehrte auf der Strecke von der ul. Druska (ehem. Drausenweg) bis zur Ogólna (ehem. Thüringerweg) eine historische, weihnachtlich geschmückte und hell erleuchtete Straßenbahn. Die Passagiere empfing ein Nikolaus, der an diesem Tag die für ihn sonst untypische Tram nutzte, ihnen Süßigkeiten und ein Weihnachtsbäumchen anbot und zum Andenken an die Fahrt einen besonderen Fahrschein ausgab.

 

Streetart In der Unterführung der Lotnicza (ehem. Fliegerstraße) kann jetzt ein weiteres Kunstwerk im öffentlichen Raum besichtigt werden. Bei ihrem Bemühen, solche „Streetart“ weiter in das Stadtbild zu integrieren, hatte die Verwaltung einen Wettbewerb ausgeschrieben, den Marcin Czaja aus Krakau gewonnen hat. Der Künstler hat die Wände phantasievoll gestaltet und zeigt farbig-leuchtend die auf ihre wesentlichen Konturen reduzierten Wahrzeichen von Elbing wie die Enge Gasse, das Markttor oder die Marienkirche, wobei die Darstellungen zusätzlich durch schematisch dargestellte Figuren von Touristen und Einwohnern belebt werden.

 

Berlin und Salem Das Aleksander-­Sewruk-Theater hat zwei Neuinszenierungen in den Spielplan aufgenommen: zum einen das Musical Cabaret (1966), dessen Sujet sich von Christopher Usherwoods Novelle Goodbye to Berlin (1939) über John Van Drutens Drama I Am a Camera (1951) bis zum Libretto von Joe Masteroff entfaltet hat; zum anderen das Theaterstück Hexenjagd von Arthur Miller aus dem Jahre 1953. Beide Stücke, für die jeweils ein sparsames, aber sehr aussagekräftiges Bühnenbild geschaffen wurde, lassen mit ihrem Bezug auf den bedrohlich heraufziehenden Terror des Nationalsozialismus (Cabaret) bzw. auf die amerikanische Stadt Salem, die Ende des 17. Jahrhunderts von Misstrauen und Hysterie erfasst wurde (Hexenjagd), deutliche Analogien zu heutigen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen erkennen. Joanna Szkolnicka

Joanna Szkolnicka

 

… Marienburg

 

Vereidigung Am Marienburger Amtsgericht ist den Laienrichtern in Anwesenheit des Gerichtspräsidenten das Gelübde für die neue Amtszeit von 2020 bis 2023 abgenommen worden. 26 Laienrichter leisteten den Eid; darunter befanden sich vier, die das Amt zum ersten Male übernommen haben. Noch vor dem Jahresende werden die ehrenamtlichen Richter nun einen Vorstand wählen, der ihre Interessen gegenüber dem Gericht vertreten soll. Schöffen und Geschworene, deren Funktionen in der Verfassung verankert sind, bilden in Polen einen wesentlichen Faktor der Rechtsprechung.

 

Zugebaut Von dem Platz aus, an dem üblicherweise das Modell des Schlosses aufgebaut ist, schweifte der Blick der Touristen gerne zwischen dem miniaturisierten und dem originalen Bauwerk hin und her. (Diese Korrespondenz hat DW auf der Schlussseite der № 11 / 2017 eigens thematisiert.) Dieser Blick ist den Besuchern und Bürgern der Stadt aber durch den Bau eines großen Parkhauses genommen worden – was jetzt von vielen Freunden der Burg nachdrücklich bedauert wird.

 

Vertagt Die Verwaltung hatte ein Paket von Vorschriften geschnürt, die auf eine Aufrechterhaltung und Verbesserung der Sauberkeit und Ordnung in der Stadt abzielen. Diese Regelungen fanden auf der entsprechenden Sitzung des Stadtrats allerdings keine Mehrheit, so dass dieses wichtige Thema nun 2020 von Grund auf neu verhandelt werden muss.

 

Schachturnier Im Kultur- und Bildungszentrum der Lateinschule wurde die Schachmeisterschaft der Woiwodschaft Pommern im Schnellschach ausgetragen. Bei dieser Form steht den Spielern eine Bedenkzeit von mehr als zehn, aber weniger als 60 Minuten für alle Züge zur Verfügung. Sieger wurde Wojciech Putlak vom WDA-Club Lippusch (9,5 Pkt.), den zweiten bzw. dritten Rang belegten Przemysław Kindler vom Danziger Club Korona (9,0 Pkt.) und P. Pazlak aus Neuteich. Beim anschließenden Mannschafts­wettbewerb erreichten Korona den ersten, der WDA-Club Lippusch den zweiten und das Team aus Gdingen den dritten Platz. Das Gastgeberteam des Marienburger Kultur- und Bildungszentrums wurde Sechster.

Bodo Rückert

 

 

… Neumark

 

In der ehemaligen­ evangelischen Stadtkirche auf dem Marktplatz sind in der Nachkriegszeit das Kino Harmonia, das auch als Veranstaltungsraum genutzt werden konnte, sowie ein Restaurant eingerichtet worden. Dieses Gebäude umschließen seit August Bauzäune, weil es instandgesetzt, umgebaut und gründlich renoviert wird. Die Maßnahme, deren Mittelbedarf bei etwa 3,5 Mio. Złoty liegt, wird zu großen Teilen aus Geldern der EU finanziert. Sie umfasst zum einen die Erneuerung des Daches und der Fassaden, den Austausch der Fenster und Türen sowie den Abriss der Zwischendecke. (Dabei wurden inzwischen übrigens Deckengemälde freigelegt, die bis dahin unter der abgehängten Decke verborgen waren. Das Denkmalamt steht jetzt vor der Aufgabe, die Gemälde zu restaurieren und in einer angemessenen Weise zu präsentieren.) Zum zweiten wird das Kellergeschoss erweitert, wodurch sich unter der Bühne zwei zusätzliche, mit sanitären Einrichtungen versehene Räume ergeben, die dann als Umkleidekabinen für Künstler genutzt werden können. Zum dritten sind umfangreiche Umbauten vorgesehen: Die Eingangshalle zum Kino- und Veranstaltungssaal wird erweitert, der Bühnenbereich erhält eine größere Fläche und ein Zentrum für die Tourismusinformation und die Kulturförderung findet ebenfalls Berücksichtigung. Hinzu kommen noch ein neues Treppenhaus und ein Personenaufzug; und nicht zuletzt werden alle Zugänge barrierefrei gestaltet. Zum vierten schließlich soll der Saal, dessen Akustik sich durch den Abriss der Decke deutlich verbessern wird, mit neuester, auch für 3D-Filme ausgelegter Projektor-Technik ausgestattet werden.

     Die Hoffnung der Stadtväter, dass durch die Renovierung der Kirche das Interesse der Einwohner am Kulturleben wächst und die Institution auch auf das Umland ausstrahlt, ist sicherlich nicht unbegründet. Große Resonanz fand bereits eine Versteigerung der alten Kinosessel, und nun wurde auch schon die Idee geäußert, dass die vollständige technische Ausrüstung und weitere Erinnerungsstücke aus der früheren Harmonia gesammelt und in einem kleinen Museum zugänglich gemacht werden sollten.

Rafał Grosch

 

 

… Thorn

 

Frösche im Anflug  Das höchst renommierte Internationale Filmfestival Camer­image, das 2018 noch in Bromberg veranstaltet worden war (darüber hatte DW 1 / 2019 berichtet), ist nach längerer Zeit wieder nach Thorn zurückgekehrt. Hier fand es vom 9. bis zum 16. November 2019 im Jordanki und in einer Reihe anderer Spielstätten statt. Der besondere Zuschnitt des Festivals, das nun schon zum 27. Male durchgeführt worden ist, beruht darauf, dass sich sein Fokus auf die spezifischen Ansätze und Leistungen der Kameramänner und Kamerafrauen richtet. Auch in diesem Jahr bot das Programm viele Möglichkeiten, sich intensiv mit dem Stand und den Tendenzen des internationalen Kinos auseinander­zusetzen. Zu den Film-Präsentationen selbst traten noch etliche Workshops sowie Nachwuchswettbewerbe hinzu. Überdies wurde im Zentrum der zeitgenössischen Kunst eine Ausstellung eröffnet, die unter dem Haupttitel Artuum Mobile der „Welt von Saskia Boddeke und Peter Greenaway” gewidmet ist. Diese Schau ist noch bis zum 1. März zugänglich. Während der Eröffnungsfeier am 9. November erhielten Danny DeVito, Peter Greenaway und Ewa Dałkowska Ehrenpreise für ihr Lebenswerk. Die regulären „Frösche“, die begehrten Festival-Trophäen, gingen dann in Gold an Lawrence Sher (Joker von Todd Phillips), in Silber an César Charlone (The Two Popes [Die zwei Päpste] von Fernando Meirelles) und in Bronze an Vladimír Smutný (Nabarvené ptáče [Der bemalte Vogel] von Václav Marhoul). Frösche bilden auch ein wichtiges Motiv des Veranstaltungsplakats, das Piotr Jabłoński entworfen hat: Während es in der allgemein bekannten Thorner Legende einem Vlissaken, einem Weichselflößer, gelingt, durch sein Geigenspiel die Bürger der Stadt von einer Frosch-Plage zu befreien, erscheint jetzt ein dynamischer, energiegeladener Kameramann über Thorn und bringt Frösche – nun als Symbol des Filmfests – wieder in die Stadt zurück.

 

Das Imperium wächst Das nächste Bauvorhaben des umtriebigen Priesters Tadeusz Rydzyk, des Begründers von Radio Maryja, nimmt deutliche Konturen an. Am Stadtrand, in der Nähe der Ausfahrtstraße in Richtung Bromberg, entsteht das Museum „Gedächtnis und Identität“ (Pamięć i Tożsamość), das dem Andenken an Johannes Paul II. gewidmet ist. Es soll die Geschichte Polens von den Anfängen bis in die aktuelle Gegenwart ­hinein präsentieren und durch avancierte Mittel der Ausstellungs­gestaltung intensiv erfahrbar machen. Besondere Akzente erhalten dabei die Rolle, die der inzwischen heiliggesprochene polnische Papst in der jüngsten Geschichte gespielt hat, sowie das selbstlose Engagement, mit dem sich polnische Bürger während des letzten Weltkrieges für verfolgte Juden eingesetzt haben. Als Direktor ist Pater Marian Sojka nominiert worden. – Das Museum findet seinen Platz zwischen dem auf Großartigkeit hin angelegten (und in DW 3/2019 ausführlich vorgestellten) Sanktuarium Marias, des Sterns der Neuevangelisierung, und der – ebenfalls von Tadeusz Rydzyk geleiteten – „Hochschule für Gesellschafts- und Medienkultur“. Der Bau soll im Jahre 2021 fertiggestellt werden und liegt gleichermaßen in der Verantwortlichkeit des Kulturministeriums wie der Stiftung Lux Veritatis, als deren Geschäftsführer wiederum Pater Rydzyk fungiert, wobei die Stiftung das Gelände zur Verfügung stellt, die Gesamtkonzeption beisteuert und die Exponate einbringt, während der Staat die gesamte Finanzierung übernommen hat. Diese Konstruktion hat in Polen einige erregte Debatten ausgelöst, zumal die ursprünglich im Vertrag von 2018 zugesagten Mittel in Höhe von 70 Mio. Złoty schon kurze Zeit später von Kulturminister Piotr Gliński auf 117,7 Mio. Złoty aufgestockt worden sind.Piotr Olecki

Piotr Olecki

 

 

 

 

 

Kompass (Adobe Stock) Danzig (Adobe Stock)
Galerie (Adobe Stock) Historisierende Collage (Adobe Stock)
Wahlprognosen und Stimmzettel (Adobe Stock) Kopernikusdenkmal in Thorn (Adobe Stock)