Kultur-Informationen aus dem »Land am Meer« (1/2019)

Neuerwerbungen

Im Laufe des zu Ende gegangenen Jahres gelang es den Museen im „Land am Meer“, ihre Sammlungen – häufig auch dank der großzügigen Unterstützung durch staatliche Institutionen – um wertvolle Stücke zu erweitern.

 

  • Das Archäologisch-Historische Museum in Elbing verfügt jetzt über eine (schon in römischer Zeit) äußerst kostbare Goldmünze – einen Aureus, der zu Ehren von Faustina der Jüngeren, der Ehefrau von Marc Aurel, geprägt wurde und auf dem sie – so die Inschrift auf der Rückseite – als „Mutter des Heerlagers“ gepriesen wird. Dieser Aureus ist umso wertvoller, als bislang nur ein einziges weiteres vergleichbares Stück gefunden wurde; es wird in einer Sammlung in Brüssel aufbewahrt. Der Elbinger Aureus erhielt einen Ehrenplatz in dem Teil der Dauerausstellung, der den Goten, die an der Südküste der Ostsee und auf den Hügeln der Elbinger Höhe ansässig waren, gewidmet ist, und er bildet hier einen weiteren schlagenden Beweis für die kulturellen Kontakte und den Güteraustausch dieses Volkes mit dem Imperium Romanum.
  • Das Marienburger Schlossmuseum konnte seiner Sammlung von militärischem Rüstzeug zwei weitere Exponate hinzufügen: eine Sturmhaube der polnischen Hussaria von der Wende des 17. zum 18. Jahrhundert und den Brustpanzer eines Offiziers der polnisch-sächsischen Garde um 1725–1730.
  • Das Museum der polnischen Nationalhymne in Bendomin (einer Abteilung des Nationalmuseums in Danzig) konnte dank einer großzügigen Zuwendung durch die Betreiber des Danziger Flughafens eine Sammlung von Graphiken aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert erwerben, in denen die napoleonische Epoche thematisiert wird. Den Anlass zu dieser Schenkung bot der 100. Jahrestag der Wiedererrichtung des polnischen Staates: Sie lässt sich als langersehnte Erfüllung von Hoffnungen verstehen, die von Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts geweckt worden waren.
  • Der Abteilung für alte Kunst des Danziger Nationalmuseums erhielt jüngst als Dauerleihgabe das Gemälde Bildnis einer Patrizierin (um 1590) von Anton Möller d. Ä. – einem Künstler, der auch Auftragswerke für den Artushof sowie für die Marien- und Katharinenkirche schuf. – Die Abteilung für moderne Kunst hinwieder konnte in ihre Bestände eine einzigartige Marionettensammlung aufnehmen. Die in den 1940er und 1950er Jahren entstandenen Gelenkfiguren gehörten dem Puppentheater von Vilnius, dessen Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg eng mit Danzig verwoben ist.
  • Schließlich sind noch zwei kleinere Museen zu nennen, die sich im letzten Jahr über neue Exponate freuen konnten. Das Florian-Ceynowa-Museum des Putziger Landes in Putzig erhielt einige – ursprünglich pferdbespannte – Maschinen sowie weitere landwirtschaftlichen Geräte. Das Museum für kaschubisch-pommersche Literatur und Musik in Neustadt erwarb eine umfangreiche Sammlung von sakralen Drucken aus dem Besitz des mit dem Museum eng verbundenen Kulturwissenschaftlers Prof. Józef Borzyszkowski, die Gesangbücher, liturgische Bücher und Katechismen umfasst. Einige dieser Veröffentlichungen wurden in heimischen Offizinen gedruckt, andere wurden von auswärtigen polnischen und europäischen Druckereien hergestellt, alle wurden aber von den Kaschuben beim Gottesdienst oder bei der privaten Andacht genutzt. Von besonderem Interesse ist bei dieser Sammlung, dass etliche Stücke handschriftliche Eintragungen – wie z. B. Stoßgebete – enthalten.

Joanna Szkolnicka

 

 

 

Kompass (Adobe Stock) Danzig (Adobe Stock)
Galerie (Adobe Stock) Historisierende Collage (Adobe Stock)
Wahlprognosen und Stimmzettel (Adobe Stock) Kopernikusdenkmal in Thorn (Adobe Stock)